| Im Geschichtsbett der alten BRD 1989 wie von einem bedrückenden Traum geweckt, erleben wir den Wandel der Bonner zur Berliner Republik. Jochen Schimmang erzählt in seinem neuen Roman "Das Beste, was wir hatten" mit ironisierter Wehmut vom Leben und Arbeiten der befreundeten Gregor Korff und Leo Münks, Ministerberater der eine, Verfassungsschützer der andere. Immer wieder eingestreute Reizwörter kitzeln Erinnerungsmarken der bundesrepublikanischen Vergangenheit auf den "Schirm", unter dem die Geschichte ihren Lauf nimmt. Der Ton ist souverän suggestiv, das Geschehen spannend, im Großen, wie im Kleinen. Auch wenn Geschichte gemacht wird, so vollziehen sie nicht immer und automatisch alle mit. Wem dann die Heimat abhanden kommen mag, der kann sie in einer erlösenden, anarchischen Utopie wiederfinden. "Das Beste, was wir hatten" ist ein Roman vom überlebenden Zweifel an unserer Staatlichkeit, die alles regele, einer, der der Verfasstheit der Einzelnen eine Zukunft entwickelt. Eben auch das, was wir immer haben werden. Republikanisches Leben als Selbstversuch. Jochen Schimmang: Das Beste, was wir hatten; Edition Nautilus, 2009; 19,90€ |
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| Alle Rezensionen © 2009 Arndt Wiebus Wiebus Buchhandlung, Oberhausen-Sterkrade |