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Theun de Vries
"Rembrandt "
Roman/Dittrich Verlag 1999
Manchmal scheint der Autor die chronologische Ordnungstruktur zu verlassen, was zu - tolerierbaren - Irritationen führt. Streckenweise erscheint die Sprache unnötig romantisierend. De Vries verfolgte die Absicht, das Amsterdam des 17. Jahrhunderts so authentisch wie möglich vor dem geistigen Auge des Lesers zu entfalten, was ihm größtenteils eindrucksvoll gelingt.
Der Leser gewinnt eine brauchbare Vorstellung vom Alltag der großen Malerlegende Rembrandt, seiner häuslichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Problematik. Nichts für Leser, die eine Vorliebe für Biografien mit rein dokumentarischem Charakter haben.
"Schon 1962 erhielt Theun de Vries den niederländischen Staatspreis für Literatur (Hooft-Preis) und 1979 die Ehrendoktorwürde der Universität Groningen." - aus dem Klappentext

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Anthony Burgess
"Der Doktor ist defekt"
Roman/Klett-Cotta 2. Aufl. 1985
(Originaltitel "The Doctor is sick"© Anthony Burgess 1960)
Mit "A Clockwork Orange" (Uhrwerk Orange) und der Verfilmung durch Stanley Kubrick wurde A. Burgess weltberühmt. Mit "Der Fürst der Phantome" hatte er 1984 großen literarischen Erfolg in Deutschland.
Aus dem Klappentext: ..."schon kahlgeschoren für die Gehirnoperation, unter Verzicht auf das Frühstück und mit einem großen Riß in der Hose entkommt der Held - zwar nicht dem Tod, aber den Ärzten...Charlie ist sprachbegabt, im übrigen aber ebensosehr ein Mann der Tat wie sein stummer Vorfahr (Chaplin, Anm.d.Red.). Sein Vokabular erregt Anstoß sogar unter den Londoner Kleinkriminellen, in deren idyllischer Hölle er eine Zeitlang Unterschlupf findet..."

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André Breton
"Nadja"
Bibliothek Suhrkamp
Ein Klassiker der surrealistischen Literatur, deren Mit- bzw. Hauptbegründer André Breton unter anderem war. Ein assoziativ-poetischer Text, für den man konventionelle Lesegewohnheiten ablegen muß. In Bretons Gedankenstrom tauchen immer wieder Bezüge zu politisch-philosophischen Fragen seiner Zeit auf.
"Während man arbeitet, nützt es nichts, am Leben zu sein."
(Verblüffende Logik nach einem kleinen Exkurs über die Arbeit; Red.)
"Möge die lebendige und tönende große Unbewußtheit, die mir meine einzigen überzeugenden Akte eingibt, für immer über alles verfügen, was ich bin."

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Sir Peter Ustinov
"Vorurteile"
Hoffmann & Campe 2004
Ich wollte schon immer mal ein Buch von Ustinov lesen. Über seine Persönlichkeit, seinen universal wirksamen Humor, seine kosmopolitisch-kulturelle Integrität muß ich nichts sagen. Wer ihn kennt, mag ihn eben oder nicht.
Dieses Buch wurde nach Gesprächen mit Harald Wieser und Jürgen Ritte produziert. Es handelt sich um kleine Kapitel von allerlei aphoristischen Weisheiten, zeitgenössischen Gleichnissen, Momentaufnahmen in Ustinovs umtriebigem Leben. Ein Sammelsurium von mehr oder weniger humorvollen Anekdoten, die zeitlebens nur so aus ihm sprudelten; hier mit einem Titel versehen, der einen übergreifenden Zusammenhang herstellen soll.

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Christian Andree
"Rudolf Virchow - Leben und Ethos eines großen Arztes
Langen Müller 2002
Auffällig und heute kaum mehr denkbar ist die ungeheure Leistungsvielfalt, die ein Gelehrter und Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts entwickeln konnte. Der Begriff "Gelehrter" ist so gut wie ausgestorben, der "moderne" Forscher von heute scheint vergleichsweise zweckgebunden und fremdgesteuert.
Virchow setzte nicht nur Meilensteine in der Medizin, er kümmerte sich um globale Aspekte hygienischer und allgemein sozialer Lebensbedingungen. Er machte sich in diesem Zusammenhang durchaus auch politische Feinde, konnte sich aufgrund seiner herausragenden wissenschaftlichen Persönlichkeit jedoch überwiegend gegen Widerstände durchsetzen. Interessant für den Leser sind vielleicht vor allem die unbekannteren Seiten Virchows.

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Peter Weiss "Die Situation - Roman"
Suhrkamp 2000
"Stockholm, November 1956, das Jahr, in dem Truppen des Warschauer Paktes den Aufstand in Ungarn niederschlagen und westliche Truppen den Suezkanal besetzen: Einen Tag lang folgte Peter Weiss in diesem erst kürzlich in seinem Nachlaß entdeckten, bislang unpublizierten Roman Schriftstellern, Schauspielern, Malern und Journalisten bei ihrem Bemühen, angesichts des Weltgeschehens Stellung zu beziehen, die allgemeine, künstlerische und private Situation zu bestimmen." - aus dem Klappentext Mit bekannten Texten von ihm kaum zu vergleichen, hat Peter Weiss in diesem "Exil"-Roman eine Stimmung eingefangen, die vielleicht sympomatisch für die Nachkriegszeit und den Kalten Krieg war: in allem und über allem geisterte der Spuk der Restauration. Außenwelt und Privatsphäre litten gleichermaßen unter bleiernem Fassadenanstrich. Die Protagonisten mühen sich, einen Horizont und eine damit verbundene Perspektive auszumachen.

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Wertung:
5 Sterne: Keine Diskussion. Lesebefehl.
4 Sterne: Lesegenuß mit kleinen Abstrichen.
3 Sterne: Interessant für zwischendurch.
2 Sterne: Der Autor hat seine Hausaufgaben gemacht.
1 Sterne: Hier stimmt so gut wie nichts.
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| Stand: 10. Februar 2005 |
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